Vom 18. November bis zum 22. November fand am Ausbildungszentrum Munster in der III. Inspektion Ausbildungsbereich Heeresaufklärungstruppe die multinationale Übung zur Befragung Kriegsgefangener UNIFIED ENLIGHTENMENT statt.

Die Lehrgangsteilnehmer des OL 3, AK Feldnachrichten wurden dabei in der darstellenden Funktion des Kriegsgefangenen eingesetzt. Dabei wurden sie unter Anleitung dazu befähigt, ein entsprechendes Rollenprofil anzulegen, was sie im weiteren Lehrgangsverlauf im Ausbildungsfach „Ausbilder einer Feldnachrichtengruppe“, selbstständig anzufertigen hatten.

Weiterhin sollten die Lehrgangsteilnehmer die Wirkung verschiedener Befragungsmethoden aus der Perspektive eines Befragten kennenlernen, um diese später selbst zweckmäßig einsetzen zu können.

Für die Übungsteilnehmer aus verschiedenen deutschen und multinationalen Verbänden war es das Ziel der Übung, ein einheitliches Bild zur Durchführung von Befragung unter gefechtsmäßigen Bedingungen zu stellen und sie darin zu beüben, in einem solchen Umfeld, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ihre Befragungen so durchzuführen, dass sie damit dem Bedarfsträger, zeitnah, taktisch relevante Informationen für seine eigene Gefechtsführung bereitstellen können.

Insgesamt beteiligten sich Soldaten aus neun verschiedenen Einheiten aus drei Nationen an dem Übungsvorhaben. Neben dem AufklLehrBtl 3 „Lüneburg“ und dem AufklBtl 13 aus Gotha beteiligte sich auf deutscher Seite auch das SeeBtl und stellte sogar den Großteil der Übungsteilnehmer. Aus dem internationalen Bereich nahmen Soldaten des 105th HUMINT Squadron aus den Niederlanden und des 2nd Military Intelligence Batallion der US Army aus Wiesbaden teil. Das Übungsszenario forderte die Teilnehmer nicht nur in der Befragung von insgesamt 15 unterschiedlichen Kriegsgefangenen, sondern dabei auch im Gefecht. Neben der Bereitschaft mit dem Gefechtsstand jederzeit schnell verlegefähig zu sein beinhaltete dies auch die Einbindung in Sicherungsaufgaben im Bereich eines Bataillonsgefechtsstandes. Ein Großteil der Befragungen fand dazu bei eingeschränkter Sicht statt und in den Abend- und Nachtstunden statt.

Während eines Distinguished Visitors Day am 20. Dezember bestand schließlich auch die Möglichkeit, sich mit Vertretern der multinationalen Verbände, wie dem Kommandeur des 2nd MI BN, LTC Weber, fachlich über die Vorgehensweisen und Herausforderungen von Befragungen in einem modernen Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung auszutauschen. Dabei wurde sehr schnell klar, dass wir mit unseren Überlegungen und Herausforderungen nicht alleine stehen, sondern diese auch in anderen Streitkräften in gleicher Form bestehen: Wo hat zweckmäßiger Weise die Befragung von Kriegsgefangenen stattzufinden. Wie weit „vorne“? Wie gelingt es, die relevanten Informationen möglichst schnell zu transportieren. Auch die Befähigung zum Kampf war ein wichtiger Faktor.

Im Rahmen der Übung konnten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen werden, wie wir künftig unsere Einsatzgrundsätze an ein derartiges Umfeld anpassen müssen, um auch in einem modernen mechanisierten Gefecht, im Rahmen der HAufklTr, einen relevanten Beitrag zur Bereitstellung lagerelevanter Informationen für unsere Truppenführer leisten zu können. In jedem Fall sind die Teilnehmer aus unterschiedlichen Einheiten, Teilstreitkräften und Nationen in dieser Woche ein Stück näher zusammengerückt.

2019-12-26T20:27:18+01:00