Operationen in urbanen Räumen rücken weiter in den Fokus der Truppengattung.

In der letzten Augustwoche lud die Gruppe III 1 des Amtes für Heeresentwicklung traditionell zur Fachtagung der Heeresaufklärungstruppe ein. Für die beiden Schwerpunktthemen Ausbildung und Aufklärung in urbanen Räumen reisten die Teilnehmer zahlreich aus ganz Deutschland und aus den Niederlanden nach Köln.

Im Rahmen einer kurzen Einführung des Generals der Heeresaufklärungstruppe Oberst Malzahn und des Gruppenleiters III 1 des Amtes für Heeresentwicklung, Oberst Kiser, konnten die Teilnehmer ein aktuelles Bild der Truppengattung gewinnen und sich mit den zukunftsweisenden Themen für die Heeresaufklärungstruppe vertraut machen.

Der Themenkomplex „Ausbildung“ stand am ersten Tag im Fokus. Hierzu trug der Dezernatsleiter Ausbildung HAufklTr, Oberstleutnant Knieling, zu Neuerungen und Herausforderungen in der Truppengattung vor. Die Ausbildung der zukünftigen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften wird die Truppe und den AusbBer HAufklTr MUNTER vor eine sehr große Herausforderung stellen. Dies zu meistern wird viel Kraft und auch innovative Vorgehensweisen bedürfen. Oberst Kiser gab danach in gewohnter Manier einen Parforceritt durch die big rocks der Weiterentwicklung und ging auf Erkenntnisse der Ausbildungswoche ein. Als weiteres inhaltliches Thema wurde „kompetenzorientierte Ausbildung (KOA)“ kontrovers diskutiert. Die kompetenzorientierte Ausbildung ist ein moderner Ansatz in der Ausbildung und zugleich eines der sieben Handlungsfelder der Agenda Ausbildung. Dabei soll die Ausbildung auf den zukünftigen Aufgabenbereich ausgerichtet werden. Im Kern steht die Handlungskompetenz, um im Einsatz wie im Grundbetrieb richtig zu entscheiden. Hierbei soll die Ausbildung so gestaltet werden, dass ca. 70% Lernen im Prozess der Arbeit ist, 20% Lernen mit den Kameraden und nur 10% für Ausbildung und Training verwendet wird. Die Soldaten werden dabei in den Lernsituationen aktiv und praktisch stärker gefordert. Sämtliche Ausbildungseinrichtungen werden ab 2019 mindestens ein Training kompetenzorientiert gestalten. Neue Trainings sollen von vornherein darauf ausgelegt werden. Oberst Malzahn wies darauf hin, dass zwar noch kein  Lehrgang für die Aufklärer so gestaltet ist, jedoch viele dieser Ansätze bereits seit Jahren Teil der täglichen Ausbildungspraxis in Munster sind.

Die Kommandeure der Aufklärungsbataillone

Das zweite Schwerpunktthema -Operationen in urbanen Räumen-, welches bereits im Rahmen der Tagung des Freundeskreises Heeresaufklärungstruppe Anfang des Jahres fokussiert wurde, wurde auf der Fachtagung dezidiert von unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Zum einen wurde der Blickwinkel aus dem JISTAR Cmd auf die Herangehensweise der niederländischen Streitkräfte, im Gegensatz zu beispielsweise unseren FN Kräften, beschrieben. Hier standen die Möglichkeiten der Tarnung von Streitkräften im urbanen Gelände zur Debatte. Zum anderen wurden die erhöhten Anforderungen an den Geoinformationsdienst innerhalb urbaner Operationen erläutert. Abgerundet wurde dieses Thema durch einen ausführlichen Überblick der Möglichkeiten des Zentrums Abbildende Aufklärung (ZAbbAufkl). Durch unterschiedliche Sensorik und die jeweilige Anpassung der Datenbasis kann hier ein nutzerorientiertes Produkt zur Verfügung gestellt werden. Diese Möglichkeiten  können durch das Heer für Übungen und Operationen wahrgenommen werden.

Kommandeur JISTAR Kommando NLD Oberst Brouns mit Gruppenleiter III 1 Oberst Kiser bei Übergabe des „Aufklärergetränkes“, einer Flasche Sherry, als Dankeschön für die internationale Teilnahme

Abschließend wurden dann die jeweiligen Belange und Herausforderungen der Bataillone und selbständigen Kompanien im kleinen Rahmen diskutiert.

Insgesamt ließen sich so zwischen den Vorträgen und bei der Abendveranstaltung zahlreiche Themen kontrovers vertiefen und es bestand die Gelegenheit weitere Ideen zu diskutieren. Alles in allem boten sich den Teilnehmern so zwei informative Tagungstage mit der Gelegenheit den eigenen Blickwinkel zu weiten, Herausforderungen offen und lösungsorientiert anzusprechen sowie das eigene Netzwerk zu pflegen und auszubauen.

2019-09-16T14:28:23+02:00