Deutsche und österreichische Aufklärer üben gemeinsam und vertiefen Patenschaft

Bei einem gemeinsamen Übungsplatzaufenthalt Mitte Oktober übten das Füssener Gebirgsaufklärungsbataillon 230 und das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 4 aus Allentsteig gemeinsam mit insgesamt ca. 450 Soldaten auf allen Arbeitsebenen. Mit einer Schießwoche auf Kompanieebene, dem 10-jährigen Patenschaftsjubiläum mit gemeinsamem Appell und Feier sowie einer Gefechtsstandübung auf Bataillonsebene bildete der Übungsplatzaufenthalt in Allentsteig den Ausbildungshöhepunkt der Gebirgsaufklärer. Die Verlegung aus Füssen mit Waggons der Deutschen Bahn rundete die Ausbildung mit dem Fokus auf Landes- und Bündnisverteidigung ab.

Mit dem Bahntransport von Augsburg zum Truppenübungsplatz Allentsteig

Die Bahnverladung wurde von langer Hand geplant und mit Unterstützung der Deutschen Bahn sehr flexibel umgesetzt. Insgesamt verlegten 36 Fahrzeuge und 132 Soldaten des Bataillons mit der Bahn von Augsburg zum Entladebahnhof nahe Allentsteig. Dabei fuhren die Soldaten für 26 Stunden mit einem Sonderzug von Deutschland nach Österreich. Mit zwei bis vier Soldaten pro Schlafkabine war es für viele Soldaten der erste begleitete Bahntransport.



Bahnentladung nach begleitetem Bahntransport von Augsburg nach Allentsteig

Schießen und schwimmende „Füchse“ auf dem Truppenübungsplatz

In der ersten Woche des Aufenthalts wurde scharf geschossen. Neben den Schießvorhaben zum Erhalt der individuellen Grundfertigkeiten bildete der Höhepunkt des Handwaffenschießens das Gruppengefechtsschießen, durchgeführt durch die 3. Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230.

Einen weiteren Höhepunkt stellte das Schwimmen des Transportpanzers Fuchs, der 4. Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 dar. Dies gab den Militärkraftfahrern die Möglichkeit, im gesamten Einsatzspektrum des „TPz“ zu trainieren und die Leistungsfähigkeit im Ernstfall abrufen zu können. Dabei gestaltete sich der natürliche Untergrund der Ein- und Ausfahrten in den Stausee des Truppenübungsplatzes Allentsteig als Herausforderung. Dank tatkräftiger Unterstützung des Bergetrupps des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 und der eingesetzten M-Boote konnte diese Herausforderung gemeistert werden und alle beübten Soldaten den Stausee trocken verlassen.



TPz Fuchs-Schwimmen der 4. Kompanie Gebirgsaufklärungsbataillon 230 im Stausee auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig. Unterstützt wurde das Schwimmvorhaben durch Pioniere der Gruppe Ausbildungsunterstützung Truppenübungsplatz Klietz

10 – Jahresfeier Bataillonspatenschaft

Nicht geübt werden musste hingegen die Feier zum 10-jährigen Jubiläum der Patenschaft beider Bataillone am 10. Oktober. Mit einem Appell beider Bataillone in der Allentsteiger Liechtenstein-Kaserne wurde von den Kommandeuren beider Verbände, Oberstleutnant Michael Bertram und Oberstleutnant Michael Vitovec die Bedeutung der Patenschaft herausgestellt. Während des Appells konnte Oberstleutnant Bertram Kameraden des österreichischen Patenbataillons die Schützenschnur der Bundeswehr in Gold verleihen.




Gemeinsamer Appell des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 mit Gebirgsaufklärungsbataillon 230 zum 10-jähringen Jubiläum der Patenschaft

„Streitkräfteübergreifende Partnerschaft“ bei der Gefechtsstandübung „Herbststurm“

In der 54-stündigen Übung „Herbststurm“ wurde in einem Szenario aus internationaler Konfliktverhütung sowie Landes- und Bündnisverteidigung der Bataillonsgefechtsstand beübt. Der Gefechtsstand wurde durch Kameraden des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 verstärkt. So nahm beispielsweise ein Kompaniechef des österreichischen Patenbataillons die Funktion des S2 Offiziers wahr.



Österreichischer S2 Offizier mit deutschem S2 Feldwebel bei der Bearbeitung der Feindlage

Nichtaktive 5. Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 stark vertreten

Während der gesamten zwei Wochen war die 5. (nichtaktive) Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 stark in alle Übungsvorhaben inklusive der Abbildung von Sensoren eingebunden. Mit über 60 Soldaten konnte fast die Hälfte der Reservisten der Kompanie am Truppenübungsplatzaufenthalt teilnehmen. Somit konnte die am besten aufgestellte nichtaktive Kompanie des Heeres ihre Einsatzbereitschaft und ihr Können bei diesem Jahreshöhepunkt unter Beweis stellen.

Resümee

Im Ergebnis war die bilaterale Zusammenarbeit ein voller Erfolg. Beide Nationen konnten von- und auch miteinander lernen und werden dies auch in Zukunft fortführen. Die österreichischen Gastgeber haben in der Vorbereitung und Durchführung des Truppenübungsplatzaufenthaltes die in sie gesetzten Erwartungen weit übertreffen können. Professionell und kameradschaftlich wurde das Ausbildungsziel des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 erreicht. Nächste gemeinsame Vorhaben wie die Teilnahme des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4 an der Ausbildungswoche der Heeresaufklärungstruppe 2020 in Füssen und die Zusammenarbeit während der Brigadegefechtsübung Berglöwe 2020 sind bereits in Planung.

2019-11-03T20:41:14+01:00